Bevor unser Australienaustausch richtig beginnen konnte, stand für uns zunächst ein Zwischenstopp in Singapur auf dem Programm. Am 12. Juni machten wir uns gemeinsam mit 31 Schüler/innen, Herrn Kurzenknabe und Herrn Bart auf den Weg nach Australien. Nach der Busfahrt nach Frankfurt und einem etwa zwölfstündigen Flug landeten wir früh am Morgen in Singapur.
Schon beim Verlassen des Flughafens merkten wir, dass wir am Äquator angekommen sind. Die Temperaturen lagen bei etwa 35 Grad und die hohe Luftfeuchtigkeit sorgte dafür, dass die warme Luft sofort spürbar war. Gleichzeitig beeindruckte uns der Flughafen mit seiner Größe, seiner modernen Architektur und der außergewöhnlichen Sauberkeit.
Dort trafen wir auch unseren Stadtführer Alvin, der uns während unseres Aufenthalts durch die Stadt begleitete. Mit ihm starteten wir direkt zu einer rund fünfstündigen Stadttour. Obwohl die Nacht im Flugzeug für viele eher kurz ausgefallen war, merkte man die lange Anreise deutlich. Nach fast zwölf Stunden Flug und der Zeitverschiebung waren wir alle ziemlich müde. Trotzdem wollten wir die Gelegenheit nutzen, so viel wie möglich von Singapur zu sehen. Auch wenn die Hitze und die Erschöpfung uns teilweise zu schaffen machten, versuchten wir, das Beste aus unserem kurzen Aufenthalt herauszuholen.
Während wir durch die Straßen fuhren, wurde schnell deutlich, warum Singapur als eine der modernsten Städte der Welt gilt. Überall ragten beeindruckende Wolkenkratzer in den Himmel, während sich dazwischen historische Gebäude und weitläufige Grünanlagen befanden. Besonders beeindruckend war für uns, wie sauber und ordentlich die Stadt wirkte. Obwohl dort Millionen Menschen leben, sah man kaum Müll und alles schien hervorragend organisiert zu sein.
Besonders faszinierend war die Mischung aus Natur und Großstadt. Immer wieder sahen wir tropische Pflanzen, Palmen und kleine Parkanlagen zwischen den modernen Gebäuden. An einigen Orten hatte man fast das Gefühl, sich mitten im Regenwald zu befinden. Dass wir während unserer Tour sogar einen freilebenden Affen entdeckten, machte diesen Eindruck noch stärker.
Neben den Sehenswürdigkeiten erzählte uns Alvin auch viel über das Leben in Singapur. Besonders interessant fanden wir die Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten. Viele von uns waren überrascht, dass alltägliche Dinge wie Snacks, Getränke oder Essen auf den Märkten teilweise günstiger waren als in Deutschland. Gleichzeitig gibt es aber auch Produkte, die extrem teuer sind. Alvin erklärte uns zum Beispiel, dass ein Auto in Singapur umgerechnet schnell 200.000 Euro kosten kann. Der Staat begrenzt die Anzahl der Fahrzeuge, damit der Verkehr in der dicht besiedelten Stadt kontrollierbar bleibt. Für uns war diese Summe kaum vorstellbar. Solche Einblicke waren besonders spannend, weil wir dadurch nicht nur Sehenswürdigkeiten gesehen, sondern auch etwas über den Alltag der Menschen vor Ort gelernt haben.
Nach der Stadtrundfahrt fuhren wir schließlich zu unserem Hotel. Da die Zimmer noch vorbereitet wurden, mussten wir zunächst etwas warten. Als wir sie später beziehen konnten, waren viele positiv überrascht. Die Zimmer waren modern, komfortabel und nach der langen Anreise genau das Richtige. Nachdem die Koffer ausgepackt waren, zog es viele von uns direkt zum Pool. Dort konnten wir uns von der Hitze erholen und die ersten Eindrücke gemeinsam Revue passieren lassen.
Ein besonderes Highlight erwartete uns am Abend in den “Gardens by the Bay“. Dort stehen die berühmten Supertrees, riesige künstliche Baumkonstruktionen, die mit zahlreichen Pflanzen bewachsen sind. Schon tagsüber wirkten sie beeindruckend, doch bei Einbruch der Dunkelheit begann die eigentliche Attraktion. Während der Lichtshow wurden die Supertrees in verschiedensten Farben angestrahlt und passend zur Musik beleuchtet. Zusammen mit der Skyline im Hintergrund entstand eine besondere Atmosphäre, die viele von uns so schnell nicht vergessen werden. Für die meisten von uns war dies das Highlight unseres Aufenthalts in Singapur.
Nach dem Abendessen hatten wir noch etwas Freizeit, bevor wir schließlich erschöpft, aber voller neuer Eindrücke ins Bett fielen. Hinter uns lag ein Tag, an dem wir unglaublich viele neue Dinge gesehen und erlebt hatten.
Am nächsten Morgen trafen wir uns zunächst zum Frühstück. Anschließend hatten wir etwas Zeit zur freien Verfügung. Einige aus unserer Gruppe nutzten die Gelegenheit, das indische Viertel der Stadt zu erkunden. Andere blieben in der Nähe des Hotels, spielten gemeinsam Karten oder besuchten ein nahegelegenes Einkaufszentrum. Dort lernten viele von uns auch den in Singapur weit verbreiteten „Seven- Eleven“ kennen, der schnell zu einem beliebten Ort für kleine Einkäufe und Snacks wurde.
Auch wenn unser Aufenthalt nur kurz war, hinterließ Singapur bei uns einen bleibenden Eindruck. Besonders spannend war die Mischung aus moderner Großstadt, tropischer Natur und den vielen Dingen, die wir über das Leben dort erfahren haben. Dadurch war Singapur für uns weit mehr als nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Australien. Es war die erste Gelegenheit, eine andere Kultur kennenzulernen und Eindrücke zu sammeln, die uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden. Für unseren Austausch war Singapur damit der perfekte Auftakt in fünf spannende Wochen auf der anderen Seite der Welt.


